IG Blinde Pferde Logo IG Blinde Pferde e. V.
← Zurück zu Geschichten Messebericht

Pferd Bodensee 2026

Pino, Shilo und Bartolomeo Nase an Nase auf der Messe

Vom 27. Februar bis 1. März 2026 war die IG blinde Pferde auf der Pferd Bodensee in Friedrichshafen vertreten. Drei intensive und ereignisreiche Messetage liegen hinter uns, an denen wir zahlreiche Menschen erreichen und für das Thema Blindheit beim Pferd sensibilisieren konnten.

Mit unserem Stand und mehreren Vorführungen im Reitring Gesundheit hatten wir die Möglichkeit, Besuchern zu zeigen, dass Blindheit nicht das Ende eines aktiven und erfüllten Pferdelebens bedeutet. Kerstin stellte ihr vollständig augenloses Pony Pino vor, während Nina gemeinsam mit ihrem blinden Wallach Shilo und dessen Blindenführpony Bartolomeo demonstrierte, wie selbstverständlich auch blinde Pferde am Leben teilhaben können.

Pino liegt entspannt im Reitring Pferdegesundheit, im Hintergrund das Schwungtuch
Vorführung im Reitring Pferdegesundheit.

Viele Zuschauer waren überrascht, als sie erfuhren, dass Pino und Shilo blind sind. Genau diese Reaktionen zeigen, wie wichtig Aufklärungsarbeit ist. Während unserer Vorträge und Demonstrationen erklärten wir, wie blinde Pferde ihre Umwelt wahrnehmen, welche Rolle Vertrauen, Kommunikation und Routine spielen und wie ein sicherer Alltag trotz fehlender Sehkraft möglich ist.

Dabei setzten Kerstin und Pino bewusst den Schwerpunkt auf die Arbeit mit Zirkuslektionen. Mit Podest, Sitzsack, Schwungtuch, Einhorn und verschiedenen Freiarbeitsübungen zeigten sie, wie vielseitig und selbstbewusst ein blindes Pferd auch in einer völlig fremden Umgebung agieren kann. Nina und Shilo verfolgten einen anderen Ansatz und demonstrierten eindrucksvoll, dass blinde Pferde bei entsprechendem Training auch in einer lebhaften Messekulisse sicher und durchlässig in allen Gangarten geritten werden können.

Kerstin und Pino: Zirkuslektionen und Freiarbeit.

Pino nähert sich souverän dem Podest.

Besonders beeindruckend war dabei, was die Pferde selbst präsentierten. Für Shilo war die Pferd Bodensee der erste Messeauftritt überhaupt. Trotz der ungewohnten Umgebung meisterte er die Situation souverän und zeigte gemeinsam mit Nina, wie viel Sicherheit und Vertrauen zwischen Mensch und Pferd entstehen können. Selbst ein freihändiger Galopp im Ring war für ihn kein Problem.

Nina mit dem blinden Shilo, daneben Blindenführpony Bartolomeo
Nina mit Shilo und seinem Blindenführpony Bartolomeo.

Auch Pino zeigte einmal mehr, warum er so viele Menschen begeistert. Mitten im Messetrubel stellte er sich auf ein Podest, nahm entspannt in seinem Sitzsack Platz, zog mit dem Schwungtuch und seinem Einhorn durch den Ring und legte sich sogar vor Publikum ab. Für viele Besucher war es kaum vorstellbar, dass ein vollständig augenloses Pony in einer so reizintensiven Umgebung derart gelassen agieren kann.

Podest, Sitzsack und Ablegen vor Publikum.

Schwungtuch und Ablegen: Pino mitten im Messetrubel.

Eine weitere Premiere wartete ebenfalls auf Pino: Zum ersten Mal präsentierte er live vor Publikum eine Zweibeinwippe. Diese stammt von „kleine Tante" und wurde im gemeinsamen Auftritt mit ihrem Showteam eingesetzt. Die neue Aufgabe meisterte er mit seiner typischen Neugier und Gelassenheit und zeigte einmal mehr, dass die Grenzen oft nur in unseren Köpfen existieren.

Pino nähert sich erstmals der Zweibeinwippe
Premiere: Pino und die Zweibeinwippe von „kleine Tante".

Neben unseren eigenen Auftritten durften Pino und Shilo auch Teil des Showteams von „kleine Tante" sein.

Shilo gesattelt in einer ruhigen Pause zwischen den Vorführungen
Shilo in einer ruhigen Pause zwischen den Vorführungen.

Der Infostand

Ein ebenso wichtiger Bestandteil unseres Messeauftritts war unser Stand der IG blinde Pferde. Dort standen wir an allen drei Tagen als Ansprechpartner für betroffene Pferdebesitzer, Interessierte und Fachleute zur Verfügung. Viele Besucher nutzten die Gelegenheit, ihre Erfahrungen mit uns zu teilen, Fragen zu stellen oder sich über den Umgang mit blinden Pferden und Augenerkrankungen zu informieren.

Besonders häufig sprachen wir über die equine rezidivierende Uveitis (ERU), die häufigste Ursache für Erblindungen beim Pferd. Die zahlreichen Gespräche machten deutlich, wie groß der Bedarf an Information, Erfahrungsaustausch und gegenseitiger Unterstützung ist. Genau hier setzt die Arbeit der IG blinde Pferde an: Wissen vermitteln, Mut machen und Betroffenen zeigen, dass auch nach einer Erblindung noch vieles möglich ist.

Unser Infostand: drei Tage lang Ansprechpartner vor Ort.

Die Pferd Bodensee hat uns einmal mehr gezeigt, wie groß das Interesse an unserem Thema ist. Die vielen positiven Rückmeldungen, berührenden Begegnungen und spannenden Gespräche haben uns sehr gefreut und bestärken uns darin, unsere Aufklärungsarbeit weiterzuführen.

Ein herzliches Dankeschön gilt allen Besuchern, Helfern, Unterstützern und Organisatoren der Pferd Bodensee sowie dem Team von „kleine Tante", die diese Messe für uns zu einem besonderen Erlebnis gemacht haben.

Unsere blinden Pferde haben an diesem Wochenende vielen Menschen gezeigt, dass Blindheit kein Hindernis für ein aktives und erfülltes Leben sein muss. Mit Vertrauen, Geduld und den richtigen Partnern an ihrer Seite können sie weit mehr, als man ihnen häufig zutraut.

Wir freuen uns schon auf die nächsten Veranstaltungen und darauf, noch mehr Menschen für die besonderen Fähigkeiten und Bedürfnisse blinder Pferde zu begeistern.
— IG blinde Pferde e. V.

Zurück zur Übersicht: Alle Geschichten →