My Black Smarty, Quarter Horse, geboren im Juli 2017. Linksseitige Erblindung und rechtsseitig starke Seheinschränkung, bedingt durch periodische Augenentzündung.
„Anfang Juni 2019 lag ich auf dem Sofa, schaute mehr oder minder fern und scrollte durch Facebook. Wie so oft. Aber auf einmal erschien eine schwarze Perle ganz oben in der Timeline: … schwarzes Quarter Horse mit Handicap zu verkaufen … Unter hunderten Kommentaren wählte die Besitzerin der schwarzen Schönheit mich aus, und wir telefonierten. Doch mir war sofort klar: Der ist es! Obwohl ich nicht gesucht hatte.
Null Erfahrung mit blinden Pferden trieb mich in die offenen Arme der IG Blinde Pferde, und nach einigen Telefonaten war ich mir noch sicherer, ihm sein Zuhause geben zu wollen. Also musste noch der passende Komplize für den langen Transport von Trier nach Nordhessen gefunden werden. In Form meiner besten Freundin war dies schnell geschehen, und drei Wochen später holte ich meinen Smartie ab.
Vom ersten Moment unserer Begegnung flammte etwas in uns beiden. Er ging sofort mit mir, strahlte während der gesamten Fahrt (sechs Stunden) eine Ruhe und tiefe Gelassenheit aus.
Die Integration zu Hause verlief erst ruhig, endete am ersten Tag aber im Chaos. Mein zweiter Jungspund hatte ihn aus der Wiese getrieben, und so irrte mein fast blindes Pferd in der Nacht durch völlig unbekanntes Terrain. Natürlich — Rappe, fast blind, gerade angekommen, kennt mich noch nicht … super Voraussetzung. Aber auf einmal war er wieder da, und so blieb er die ersten Tage nachts im Stall, mit Orientierungslicht, und am Tag abgetrennt mit einer Stute auf der Wiese. Das war Gott sei Dank die größte Katastrophe.
Heute ist er mehr als nur integriert. Er ist ein fester Bestandteil unserer Familie und nicht mehr wegzudenken. Er steht bei mir zu Hause mit meiner Stute zusammen. Die Ausbildung gestaltet sich wenig mühselig und kaum anders als die von meinem Palomino — weil Smartie genauso normal ist.
Smartie und ich haben Großes vor. Wir werden es erreichen und schaffen alles gemeinsam.
Die Bindung zum blinden Pferd ist unbeschreiblich und mit nichts zu vergleichen. Immer wieder würde ich diesen Schritt wagen."
— Steffy