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Santorin, bay. Warmblut

Santorin, bay. Warmblut-Wallach

Aufgefallen ist uns bereits 2015 eine sporadische Veränderung am linken Auge. Ab und an Tränenfluss und leicht entzündete Bindehaut. Es wurde vom Tierarzt antibiotische Salbe verordnet, was auch immer wieder half.

Seltsam war, dass er dicke Beine und extrem Kotwasser hatte, wenn das Auge nicht tränte oder entzündet war. Tränte das Auge, waren die Beine schlank und das Kotwasser minimal. Das Problem mit dem Kotwasser versuchten wir mit Futterumstellung und vielen Mitteln vom Tierarzt in den Griff zu bekommen. Die dicken Beine wurden seinem Alter und seiner Sportlaufbahn zugeschrieben (Springpferd in hohen Klassen).

Anfang 2016 kam der Verdacht der periodischen Augenentzündung in Betracht. Der Ultraschall zeigte zwar die Kristalle im Auge, aber sonst keinen weiteren Anhaltspunkt. Der Augendruck war nicht erhöht.

Mitte 2016 fing es an, dass das Auge ab und zu hervorquoll. Dann war es wieder wochenlang normal, und von heute auf morgen quoll es wieder hervor. Eine Schmerzempfindlichkeit konnte auch vom Tierarzt nicht festgestellt werden.

Anfang 2017 zog sich der Augapfel nicht mehr zurück und stand immer ein Stück weiter vorn als das rechte Auge. Es tränte nicht mehr, sah aber aus, als hätte er einen Schlag aufs Auge bekommen, und dieses war angeschwollen.

Anfang Mai 2017 bekam ich abends den Anruf einer Einstellerin, die meinte, das Auge sehe schrecklich aus. Als ich im Stall angekommen war, traute ich meinen Augen nicht! Die komplette Bindehaut des linken Auges war außerhalb der Augenhöhle, sozusagen nach außen geklappt. Das Auge selbst sah aus, als würde es jeden Augenblick aus der Augenhöhle herausfallen.

Der Tierarzt kam und verabreichte Entzündungshemmer, ebenso am nächsten und übernächsten Tag. Am dritten Tag waren wir uns allerdings einig, dass ich in die Klinik fahre. Mein Tierarzt hatte so etwas noch nie gesehen, und selbst seine Kollegen konnten sich das erst nach dem erstellten Bildmaterial vorstellen.

So fuhr ich Santorin am 22. 5. 2017 in die Klinik (Station Stephansmühle in Roth). Die ophthalmologische Untersuchung des linken Auges ergab: hochgradiger Buphthalmus, deutlich verminderte Drohreflexe, auf helles Licht nur geringgradige Pupillenreaktion, mittelgradige entzündliche Einlagerung im Glaskörper, Augeninnendruck 38 mmHg. Die Sonographie zeigte den Verdacht auf eine retrobulbäre Zubildung sowie eine deutliche Trübung von Linse und Glaskörper.

Santorin nach der Genesung
Santorin nach der Genesung — wieder fit wie eh und je.

Das Auge wurde entfernt und das entfernte Gewebe zur Untersuchung, ob gut- oder bösartig, in die Pathologie weitergeleitet.

Santorin war fünf Tage in der Klinik, und als ich ihn abholte, war die Operationswunde trocken und geschlossen. Die Fäden wurden 14 Tage später zu Hause von unserem Tierarzt gezogen.

Es war die beste Entscheidung, das Auge trotz seines Herzfehlers entfernen zu lassen! Er ist fit wie eh und je. Und was soll ich sagen: bereits bei seiner Entlassung aus der Klinik hatte er kein Kotwasser mehr und jugendlich schlanke Fesseln.

— Silvia Wantschke

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